Webdesign-Anleitung: Homepage-Suchmaschinenoptimierung
Suchmaschinenoptimierung ist die wichtigste
Voraussetzung für den Erfolg Ihrer Homepage. Man versteht darunter
alle Möglichkeiten, die dazu führen, dass Suchmaschinen
wie z.B. Google Sie in den Ergebnislisten (SERPs) weiter
vorne platzieren. Eine Homepage in Deutschland erhält
im Schnitt 75% Ihrer Besucher über Suchmaschinen.
Diese Anleitung richtet sich an alle Webdesigner vom Anfänger
bis zum Profi, da eine Homepage ohne Suchmaschinenoptimierung
niemals Erfolg verspricht.
Unterteilen kann man die zur Suchmaschinenoptimierung notwendigen Mittel in interne
Homepage-Optimierung und externe Homepage-Optimierung oder auch Promotion. Im
Rahmen dieses Tutorials behandeln wir nur die Optimierung der Homepage. Tipps
zur externen Suchmaschinenoptimierung finden Sie im Tutorial "Website-Promotion".
Suchmaschinenoptimierung ist immer der Wettkampf von Optimierern gegen Suchmaschinen. Mal liegt der eine vorne, mal der andere. Alle Suchmaschinenbetreiber haben bestimmte Richtlinien, anhand derer Sie versuchen, gute von schlechter Suchmaschinenoptimierung zu unterscheiden. Die Richtlinien von Google finden Sie unter google.de/support/webmasters/. Es ist schwer, eine Grenze zwischen guter und schlechter Suchmaschinenoptimierung zu ziehen. Generell sollten jedoch für eine gute Suchmaschinenoptimierung folgende Voraussetzungen erfüllt sein:
-
Die Homepage bietet genau die Inhalte an, die Besucher aufgrund der Links in der SERPs erwarten.
-
Die Robots der Suchmaschinen bekommen genau den Inhalt zu lesen, den auch die Besucher lesen. Cloaking (Inhalte vortäuschen) ist in jedem Fall verwerflich.
-
Alle Inhalte sollen für den Menschen klar lesbar sein. Schwarze Texte in Schriftgröße 1 Pixel auf schwarzem Hintergrund begeistern zwar mittlerweile nur noch wenige Suchmaschinen, aber auf keinen Fall jemals einen Menschen.
-
Der Inhalt der Website soll einzigartig sein. Gerade in den letzten Jahren grassieren Tausende von Webseiten, die alle nur die Inhalte eines Anbieters (z.B. Ebay) verdoppeln.
Was bleibt also für eine gute Suchmaschinenoptimierung
noch zu tun? Suchmaschinen werden immer schlauer. Sie
können immer mehr Formate und Inhalte auslesen. So
werden pdf-Dateien beispielsweise erst seit wenigen Jahren
in den Ergebnissen von Google gelistet. Auf Dauer werden
von den Suchmaschinen immer mehr Dateiformate mit in die
SERPs einbezogen werden. Bei all diesen technischen Fortschritten
der Suchmaschinen darf aber der Webdesigner (oder Suchmachinenoptimierer)
eines nicht vergessen:
Am Anfang war HTML. Suchmaschinen waren dafür da, HTML-Seiten
auszulesen und zu bewerten. Aus gutem Grund: Die Information liegt im Klartext
vor, sie ist nicht wie bei anderen Formaten (pdf z.B.) verschlüsselt
oder schwer erkennbar. Als erstes grundlegendes und einfache Regel bleibt
somit festzustellen: Verwenden Sie einen klaren einfachen HTML-Text für
die Inhalte Ihrer Webseiten. Suchmaschinenoptimierung bedeutet zu einem großen
Teil Reduktion der Mittel.
Grafik oder Text? Suchmaschinen können nicht
beurteilen, was ein Bild darstellt. Sie können Texte
und Dateinamen analysieren - aber nicht erkennen, ob eine
Grafik das Wort "Webdesign" oder einfach nur rote
Flecken beinhaltet. Verwenden Sie also Text wo immer möglich.
Verwenden Sie keine Grafiken als Links.
Erscheint Ihnen das Design nur mit Text zu eintönig,
so bieten sich viele Alternativen an, um die Homepage mit
Grafiken aufzuwerten. Textlinks können Beispielsweise
in Tabellenzellen geschrieben werden, diesen Zellen kann
man Hintergrundbilder zuweisen. Über Javascript können
diese Hintergrundbilder ausgetauscht werden. Der daraus resultierende
Eindruck ist häufig fast der Gleiche wie bei rein grafischen
Rollover-Links. Vergleichen SIe die beiden Seiten www.kitecamp.com (nur
Text, optimiert) und www.cabaretesurfcamp.com (grafische
RollOver-Links). Erstere Homepage lädt in einem viertel
der Zeit.
Der richtige Text Verwenden Sie die richtigen Texte
für die richtigen Inhalte. Fragen Sie sich schon beim
Erstellen der Texte für Ihre Homepage: Was wird ein
potentieller Besucher in Suchmaschinen eingeben, um mich
zu finden? Überlegen Sie sich Variationen! Die Häufigkeit
eingegebener Suchbegriffe können sie unter www.googlefight.com direkt
miteinander vergleichen.
Einmaliges Angebot Achten Sie darauf, ein möglichst einmaliges
Angebot zu haben. Arbeiten Sie die Besonderheiten Ihres Angebotes gegenüber
denen Ihrer Konkurrenten mit den passenden Keywords heraus. Suchmaschinenoptimierung
bedeutet: Verwenden Sie Ihre Keywords konsequent, aber spammen Sie Ihre Seiten
nicht vollkommen mit Keywords zu. Eine Keyworddichte von ca. 2-5% ist perfekt,
alles darüber liegende läuft Gefahr, wegen Überoptimierung
im Spamfilter zu landen.
Dateinamen Benennen sie Ihre Dateien - allen voran natürlich die HTML-Dateien schlagkräftig. Könnte man allein anhand Ihrer Dateinamen wissen, worum es bei Ihrem Angebot geht? Benennen Sie Ordner passend. Der Bilderordner heißt nicht mehr einfach "Bilder", sondern "Bilder-Suchmaschinenoptimierung" oder ähnlich. Mit allen Bilderdateinamen verfahren Sie ähnlich. Vergessen Sie auch nicht die ALT-Tags auf den Bildern, passend zu den Dateinamen und den betreffenden Keywords.
Metaangaben Zusätzlich zu den richtigen Texten
verwenden Sie selbstverständlich die passenden Metaangaben
im Kopfbereich Ihrer Webseiten. Auch hier gilt es wieder
einen Mittelweg zu finden.
Seitentitel Zuerst geben Sie jeder Seite einen aussagekräftigen
Titel. Es sollten hier auch andere Worte neben den eigentlichen Keywords
vorkommen, das in den Suchmaschinenergebissen der Titel meist als erstes
erscheint. Finden User dort nur Keywords, so läuten schon mal die Alarmglocken.
Verwenden Sie im Titel die wichtigen Keywords weiter vorne, die unwichtigeren
weiter hinten.
Meta Description Mit der Angabe von Meta-Description verfahren Sie ähnlich:
Nicht nur Keywords, sondern durchaus ganze Sätze bilden, aber niemals
die Wichtigkeit der eigentlichen Keywords aus den Augen verlieren. Und bitte
nicht die gesamte Seite wiederholen, zwei Sätze sind wirklich genug!
Bei Meta-Keywords verwenden Sie einzig und alleine
die für Ihre Homepage wichtigen Keywords. Google betreibt
mittlerweile Stemming, auch andere Suchmaschinen gehen mehr
und mehr dazu über. Das bedeute, dass der Suchbegriff "Auto" auch
Homepages liefern wird, die auf den Begriff "Autos" optimiert
sind.
Verwenden Sie nicht zu viele Keywords, denn Keywords werden
umso weniger gewichtet, je mehr für eine Seite angegeben
sind. Zwischen drei und acht Keywords sollten ein gute Wahl
sein. Ergeben sich für eine einzelne Webseite mehr Keywords,
so ist diese zu lang! Unterteilen Sie die betreffende Seite
in mehrere Themenbereiche, und optimieren sie dann jede einzelne
Seite. Beachten Sie jedoch auch einen Mindestinhalt von ca.
400 Worten pro HTML-Seite, sonst wird die Seite für
Suchmaschinen unwichtiger.
Suchmaschinen mögen einfache Homepages Viele
Grundlagen der Suchmaschinenoptimierung liegen im Bereich
der Technikminimierung. Prinzipiell kann man sagen: je weniger
Technik eine Homepage benutzt, desto besser für die
Suchmaschinenoptimierung. Freilich: Das Internet ist das
sich am schnellsten entwickelnde Medium. Aber gerade deswegen:
was braucht der Mensch wirklich an Technik? Nebenbei sei
auch noch angemerkt, dass eine Homepage umso teurer wird,
je mehr Technik man einsetzt.
Nichts ist einfacher als reines HTML, nicht lässt sich
schneller erstellen und einfacher pflegen, nichts ist im
Webdesign billiger. Content Management-Systeme, Datenbanken
und dynamische Seiten sind durchaus bei vielen großen
Seiten angebracht. Im allgemeinen wird aber viel zu schnell
in viel zu großen Maßstäben gedacht.
Dynamische Webseiten haben den Vorteil, dass man in einer einzigen Seite viele Inhalte hineinladen lassen kann. Man muss z.B. nicht für jede Neusortierung von Artikeln nach bestimmten Gesichtspunkten eine ganze neue Seite erstellen. Für die Suchmaschinenoptimierung haben aber dynamische Webseiten häufig katastrophale Folgen. Wird eine Webseite Beispielsweise über mehr als einen Parameter hinter der Url aufgerufen (www.xyz.de/inde.html?lang=de&id=alle) so werden alle diese Seiten als eine gewertet, oder gleich für Suchmaschinen komplett unsichtbar.
JavaScript Auch dynamische Navigationen über
JavaScript bergen große Risiken. Zwar ist Google dazu übergegangen,
Links aus Java-Scripts zumindest teilweise zu verfolgen.
Man bedenke jedoch die vielen Wenn-Dann-Fälle, die in
Navigationsscripten eingebaut werden können: woher soll
Google wissen, welcher Link wirklich erreichbar ist, welcher
nicht? Um nicht missverstanden zu werden: auch ich verwende
wenn angebracht gerne mal Javascript-Navigation (z.B. Coolmenus
von www.dhtmlcentral.com).
Man muss sich aber immer bewusst sein, dass solche Navigationen
höchstwahrscheinlich nicht von Suchmaschinen ausgelesen
werden: alle Unterseiten werden nicht in die Suchergebnisse
aufgenommen.
Bei Verwendung solcher Navigationsscripte ist eine besondere,
zusätzliche Suchmaschinenoptimierung notwendig. Erst
durch die absolute Positionierung der Javascript-Navigation
vor einer dahinter versteckten statischen HTML-Navigation
werden auch Suchmaschinen alle Seiten indizieren.
Suchmaschinen und Flash Das gleiche gilt selbstverständlich auch für Flash-Homepages. Auch hier wertet Google zwar mittlerweile die ersten Text-Bestandteile aus, eine Garantie hierfür wird es jedoch niemals geben. Zu groß sind die Möglichkeiten der hinter Flash stehende Programmiersprache Actionscript, als dass irgendeine Suchmaschine jemals wirklich begreifen könnte, welche Links für Besucher erreichbar sind und welche nicht. Nebenbei bemerkt ist mir auch acht Jahre nach Einführung von Flash keine einzige reinrassige Flash-Homepage untergekommen, die die gleiche Usability wie eine HTML-Homepage zu bieten hätte.
Fassen wir also noch einmal zusammen, was für eine gute Suchmaschinenoptimierung nötig ist:
Gute Texte mit relevanten, guten Keywords
-
Wiederholung dieser Keywords in Titel, ALTs, Meta-Description, Meta-Keywords, Überschriften und selbstverständlich den Texten selbst. Zusätzlich sollten Dateien und Ordner passend benannt werden.
-
Verzicht auf überflüssige Techniken wo immer möglich: JavaScript, DHTML, Flash, Frames etc.
-
Letztendlich nicht zu unterschätzen: ein gewisser Umfang der Homepage. Eine Homepage mit 10 HTML-Seiten kann nicht die gleichen Besucherzahlen wie eine mit 100 HTML-Seiten haben.
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Hat Ihnen diese Webdesign-Anleitung weitergeholfen? Wir hoffen, Ihnen mit diesem Workshop bei den Arbeiten rund um Ihre eigene Homepage weitergeholfen zu haben. Sollten Sie noch Fragen oder Anregungen zu diesem Webdesigner-Tutorial haben, schreiben Sie uns! Falls Sie trotz dem Tutorial mit Ihrer Homepage nicht mehr weiterkommen sollten, freuen wir uns natürlich über jeden Webdesign-Auftrag.
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